Ein Wort zum Rassismus im Dschungelcamp

Nachklapp zum #Rassismus im #Dschungelcamp 2022. Erst inszenieren und dann geißeln? Hat sich RTL korrekt verhalten? Nach dem Rassismus-Skandal im Dschungelcamp gibt es ein gehöriges Blätterrauschen im deutschen Medienwald. Gut, sagen wir Pixelrauschen auf den Kommentarseiten. Eine Bemerkung.

Einige Tag nach dem Vorfall im Dschungelcamp, schrieb auch die F.A.Z darüber. Janina hatte, aufgebracht von einem heftigen, emotionalen Streit mit der unmöglichen und stark provozierenden Linda, eine verdammt blöde Bemerkung gemacht, die als rassistische Äußerung zu bewerten ist. RTL zog die Konsequenzen und schmiss Janina aus dem Camp. Diese entschuldigte sich schnellst möglichst über ihren Instagram-Kanal. Aber ist damit die Sache erledigt? Haben alles bedacht und gesehen oder was gibt es noch zu bemerken?

Rassismus im Dschungelcamp: RTL wirft sich in Moralpose

Unter dem Titel „Antirassismus gibt es hier ganz billig“ zeigt uns Autor Michael Hanfeld eine etwas andere Sicht auf die Dinge, insbesondere auf die Reaktion von RTL.

Mir fiel ja schon auf, dass Rassismus bestraft, Sexismus aber erwünscht ist. Außerdem darf man unter der Gürtellinien beleidigen und jemanden bis zum Gehtnichmehr provozieren, nur eine dämliche, dumme Bemerkung, die man rassistisch-diskriminierend werten kann, darf man nicht machen. Da ist die Grenze vom RTL. Eigentlich ist das gut, dass der Sender sagt: Machen wir nicht mit, erlauben wir nicht, schieben wir einen Riegel vor jeglichen Rassismus. Ok. Aber warum zeigen sie diese Szene dann überhaupt? Um uns aufzuklären, zu zeigen, was vorgefallen ist? Nee. Das hätte man nicht ausstrahlen müssen. Man hätte es durch dei Moderatoren erklären können, eine Texteinblendung vornehmen können oder etwas anderes als diese unglückliche Szene auszubreiten.

Philosophie-Professorin Claudia Paganini hält den Auftritt von RTL in der Sache „für ’sehr ambivalent‘: „Man könnte darauf verzichten, solche Szenen zu zeigen, wenn man Personen, die sich so äußern, nicht als Vorbilder inszenieren will“. Hanfeld in seinem erhellenden Beitrag weiter: „Aber im Reality-Fernsehen gilt anderes: Erst kommt die Inszenierung, dann die Moral. ‚Einerseits provoziert man die Kandidaten geradezu in die Richtung, dass es eskaliert‘, zitiert die Katholische Nachrichtenagentur Claudia Paganini, ‚dass es emotional und dramatisch wird und das Publikum mitgerissen wird. Andererseits versucht man groben Entgleisungen entgegenzuwirken und so nach außen zu zeigen, dass man das als Sender nicht gutheißt.'“

Sehr lesens- und nachdenkenswert! Tote Tier zur Unterhaltung an B-Promis zu verfüttern, das Konzept auf Gruppendynamik auslegen, Sexismus und Verachtung tolerieren, aber eine bescheuerte Bemerkung inszenatorisch breit treten, um sie dann anzuprangern? Das ist inkonsequent und scheinheilig.

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„In der neuen Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus ist aus der Irritation von Inszenierung und Wirklichkeit ein komplettes Delirium geworden“, so teasert Harald Staun in einem Beitrag Zurück im Busch. Darin ein bemerkenswerter Absatz:
„Für RTL war aber mit der Bemerkung, Linda solle doch „zurück in den Busch“ gehen, „eine Grenze erreicht“. Auch unter den übrigen Teilnehmern herrschte ein seltener Konsens. Sosehr man aber die Entschlossenheit des Senders loben kann, so fragwürdig ist eben die Voraussetzung, auf der sie beruht: Sie unterstellt, dass es sich von selbst versteht, dass Youssefian beim Wort zu nehmen ist, das Skript gewissermaßen außer Kontrolle geraten ist. Ob ihr Satz aber tatsächlich ein Moment der Wahrheit war oder auch eine perfide Inszenierung, um die Quoten zu steigern und Haltung zu demonstrieren – oder am Ende gar ein bewusster Akt Youssefians, lässt sich unmöglich sagen.“

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