Walters Plan oder wie Gollum seinen Ring retten will

Walter will die Krone. Gollum will Dschungelkönig werden, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Hat er selbst sehr deutlich gemacht. Er hält sich Tapfer, bietet Reibungsfläche, zeigt sich und meistert seine Dschungelprüfungen. Oder? Oder hat Walter Freiwild einen ganz anderen Plan? Und wie könnte der aussehen? Wie deuten die Spuren.

Walter hat geweint. Unter Tränen erzählte er im Dschungelcamp 2015, dass er nunmehr seit zwei Jahren arbeitslose sei und dass ja noch nicht alles gewesen sein könnte. Walter erzählt uns eine Menge, wenn der Tag lang ist. Aber warum erzählt uns Walter das? Ist es sein Ernst?

Wollte er wirklich Bundespräsident werden? Ist er wirklich übergeschnappt, dass er den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht und verblendet vom eigenen Narzissmus in die Fall der Überheblichkeit tappt, die ihm die Öffentlichkeit übel nehmen wird? Walter ist Profi. Er kennt das Geschäft, ist sicher mit allen Wassern gewaschen und hat in seiner jahrzehntelangen Fernsehkarriere so einiges erlebt?

Oder hat er als einziger der 9. Staffel von Ich bin ein Star – hole mich hier raus! die Mechanismen des Public Relations – der Selbstvermarktung – durch das Dschungelcamp begriffen? Und nicht nur das – er setzt es auch in die Tat.

Einiges spricht dafür. Die Chance Dschungelkönig zu werden stand von Anfang an 11 zu eins. Vielleicht auch weniger, das meistens Frauen gewinnen. Aber was hätte Walter davon, Dschungelkönig zu werden? Neue Aufträge, neue Arbeit, mehr Geld? Sicher nicht. Vielleicht ist das ein Nebeneffekt, denn deshalb ist Walter Freiwald ja im Dschungel.

Aber es haben auch Promis durch das Dschungelcamp ihre Karriere gepusht, ohne Dschungelkönig oder Dschungelkönigin geworden zu sein. Walters Rechnung könnte demnach dies sein: Wenn ich das erfülle, was die Medien von einem Promis im Dschungelcamp erwarten, dann kann ich mir so einen neuen, attraktiven Job erarbeiten. Und in der Medienbranche gibt es nur eine Währung, die zum Erfolg führt: Aufmerksamkeit.

Wie ereiche ich möglichst viel Aufmerksamkeit, so dass ich jeden Tag im Fernsehen bin, in den Zeitungen, Klatschspalten, in den Blogs und Websites? Wenn ich das Spiel mitspiele.

Und das Dschungelcamp-Spiel um Aufmerksamkeit geht so:

  1. Den Lauten machen, auf die Kacke hauen, übertreiben, provozieren.
  2. Lästern. Andere Leute, gerne andere Prominente in die Pfanne hauen (wie er es z.B. mit Harry Weinford gemacht hat).
  3. Keine Schmerzen haben und sich jeder Herausforderung ohne Murren stellen, die Dschungelprüfung heldenhaft, möglichst lässig und mit Humor abfeiern.
  4. Sich Feinde machen im Dschungelcamp, aber auch Verbündete suchen.
  5. Das Team beschäftigen (mittels Dr. Bob und durch das Dschungeltelefon).
  6. Eine Liebelei anfangen oder andeuten. Wollte er mit Maren, die spielte aber nicht mit. Vermutlich findet er sie deshalb so doof.
  7. Aus seinem Leben erzählen, alles ausplaudern, übertreiben, der Presse Material liefern, worüber sie schreiben können. Material, an dem man sich reiben kann, denn das schafft zwangsläufig Aufmerksamkeit, wie die Geschichte mit den Fotografen, die ihn angeblich ignorieren, mit der Nummer mit dem Bundespräsidenten und der Behauptung, er könne eine Sendung wie WETTEN, DASS … oder WER WIRD MILLIONÄR übernehmen.

So bringt er sich zurück ins Geschäft. Allein durch die Aufmerksamkeit, die er so sehr bewusst generiert, wird er für sich das Maximum aus dem Dschungelcamp herausziehen. Und das wird ziemlich sicher ein lukrativer Vertrag für eine Sendung oder ein Werbevertrag sein.

„Unterhaltung ist alles!“
Oder wie seht ihr das?

Top

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.