Schlagwort-Archive: Gruppendynamik

Dschungelbeef zwischen Ziege und Gorilla

Menderes bei der Dschungelprüfung

Unser Bild zeigt Doktor Menderes in seinem Labor. Er sucht ein Gegenmittel für den eskalierenden Streit zwischen Helena Fürst und einem Thorsten Legat. Der Dschungelbeef zwischen der Ziege und dem Gorilla unterhält und zwar auf das Vorzüglichste. Dich diese Camp-Kasalla belastet natürlich die anderen Camp-Insassen, die weiter dezimiert werden. Brigidde („Er ist er. Du bist du. Du musst nicht mit er sprechen und er nicht mit dich.“) musste gehen, denn mit ihr konnte sich niemand streiten. Gut so. Wie sah nur der Beef zwischen der Schrecklichen Helena und dem Dschungel-Hulk aus? Weiterlesen

Hinschmeißen vor Rauswählen

Leistungsverweigerung im Dschungelcamp

Leisten wollen die Mädels im Camp nichts mehr. Vor allem die jungen Dinger. Die zurecht ausgeschiedenen Mädchen hatten nichts zu bieten, nichts geleistet, nichts in der Birne, haben überhaupt nichts Besonders an sich, aber machen im Dschungelcamp einen auf Star und Promis. So eine Schande. Aber das gehört zu unserer Zeit. Für uns ältere ist es kaum nachzuvollziehen, weshalb Angelina, Sara oder Tanja Fans haben. Abgesehen davon, dass das Fan-Sein sowieso irgendwie beknackt ist und ins Teenie-Alter gehört. Einige erwachsen dem nie. Und diese Landen im Dschungelcamp, weil sie hoffen, dadurch so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, dass sie wieder Geld verdienen können in den Medien. Viel Geld. Unser Geld. Weiterlesen

Das Dschungelcamp 2015 funktioniert nicht. Woran liegt das?

Dschungelprüfung auf dem Glücksrad

Die Kandidaten im Dschungelcamp 2015 taugen irgendwie nichts. Das Casting für die 9. Staffel kann als gescheitert angesehen werden. Es gibt weder eine unterhaltsame Gruppendynamik, überhaupt keine Gruppenbildung, zu wenig Reibung, Ehrgeiz und Verzweiflung. Alle heulen zwar hier und da – außer die ganz tumpen – kriegen ihren Moralischen und flennen das Dschungeltelefon voll. Ab und zu deutet sich auf Beef an, in dessen Zentrum immer nur einer steht: Walter Freiwald. Aber das ist zu wenig. Die beibden Prominenten im Camp, Walter und Maren, und die kleine Tanja, sind die einzigen, die für gute Unterhaltung sorgen. Vielleicht noch Aurelio, der sich aber dabei als Schwachmat entpuppt. Was machen wir jetzt? Abschalten? Weiterlesen

Tag 11: Dschungelrodeo und das Sams mit der Haarverlängerung

Das Känguru des Grauens - Dschungelprüfung @ Ich bin ein Star - holt mich hier raus

Das war nämlich so: Es kam Post ins Camp. Wir kennen das schon. Schmalzalarm im Dschungelcamp. Die Angehörigen der Dschungelstars dürfen ihren Lieben einen Brief schreiben. Der wird dann ins Camp herab gebracht und von einem Promi öffentlich verlesen. Das ist ergreifend und bringt Tränen. Gefühlsfernsehen auf dem Höhepunkt der Duselei. Wollen wir das sehn? Kommt darauf an, was hinten dabei raus kommt. In diesem Fall ein rätselhafter Satz in einem Brief an Fiona. Ihr Freund schrieb: „Ziel ist es immer noch, das Sams mit der Haarverlängerung zu eliminieren.“ Was ist das? Wer ist das Sams? Wer hat Haarverlängerung im Camp? Wer oder was mag damit gemeint sein? Wusste Fiona, die über Leuchen geht (O-Ton Campziege) von diesem Satz? Will sie jemand ärgern, verwirren? Und wer fühlt sich angesprochen? Weiterlesen

Dschungelcamp Tag 7 – Klöten-Klaus als Donnergott

Joey ist wieder on top

Angeblich hätte eine Bohne gerecht, um Klaus Gedärm in Aufruhr zu versetzen. Die verschlossene Tür des Dschungelklos wackelte als Klöten-Klaus die Ködelwanne voll schiss und herzhaft in die Welt trompetete. „Klaus ist wieder auf Toilette und ist laut“. Er erfreut sich einer prächtigen Verdauung und lässt Fernsehdeutschland freimütig daran teilhaben. Sein Gestöhne und Geschreie untermalt die Dschungel-Furzerei. Und das bei der erneuten Hitze im Camp. Was Little-Joey („Jch hab echt Schwingungen.“), der sich wieder gefangen hat, köstlich amüsierte. Auch die Gruppendynamik im Camp sorgte für mächtig viel Wind. Ein Gezoffe und Geläster, Gestreite und Geplapper – wie das Dschungelcamp an sich weit ab von jeglicher Zivilisation, also von irgendeiner Form von Streitkultur. Das ist recht armselig. Allen voran der hässliche Terrorvogel Georgina, gefolgt von den dicken Zicken „Mutter von“ und „Tochter von“. Der Rest hält sich einigermaßen. Aber die Verkorkstheit der völlig vermurksten Georgina und die fetten Lästereien von Mutter Katze färben langsam auf die designierte Dschungelköniging Olivia negativ ab. Weiterlesen

Lästert und streitet – dann kriegt ihr eure Sendezeit. Dschungelcamp Tag 5 & 6

Olivia Jones verspeist einen Skorpion

Endlich mal was los. In einer Ekelprüfung durfte Georgina angemessen würgen, während Olivia Jones genüsslich einen kleinen Skorpion verknusperte. Das war Tag 5. Am Tag 6 im Dschungelcamp war die Dschungelprüfung harmlos. Man hatte eine Zeltplante mit Beate-Uhse-Zeugs eingeschmiert und die Dschungelstars durfte nach einem beherzten Nilpferd-Sprung durch die Feuerwand versuchen, an ihr hochzukriechen. Das wars auch schon. Sonst gabe es bizarre Geilheit (Klaus & Iris), Nervenzusammenbrüche und Tränendrüsen (Fiona & Joey), Wut und Wahnsinn (Georgina & Allegra) und den üblichen Spaß unserer feinen Moderatoren bei der besten Trash-Show der Welt Ich bin ein Star – holt mich hier raus! Aber der Reihe nach. Weiterlesen

Solche Arme: Fluchen im dunklen Loch und ein Brief an den Vater

Arnold ist schon so große geboren. Solche Arme. Oder was meinte Brigitte Nielsen, die auch noch einen One-Night-Stand mit Sean Penn zugab. Doch auch Radost und die rausgeflogene Jazzy sind solche Arme. Und zwar im Geiste. Ganz im Gegensatz zu Vincent Raven, der Rocco seinen Vaterkonflikt therapierte. Und gar nicht mal unsympathisch. So schlecht ist der Vincent gar nicht, er konnte Rocco jedenfalls glaubwürdig überzeugen, auf seinen Vater einen Schritt zuzugehen. Die dramatischten inneren Kämpfe focht indes Ailton im Dschungel-Loch aus. Er musste eine Nacht lang zusammen mit Micaela eine Kerze bewachen. Sie wirkte dabei – festhalten! wie die Jungfrau Maria! Weiterlesen

Schmutziges im Dschungelcamp am 3. Tag

Daniel Lopez DLo kämpft erfolgreich bei der Dschungelprüfung gegen ein Krokodil und Vincent Raven unterrichtet ihn in höherer Esoterik, während Ramona schimpft über den Schmutz, den Micaela als Sex mag. Eine Folge, in der ich Tränen gelacht habe. Auch weil die Moderatoren endlich in Form sind. Oder sind ihre Texter endlich in Australien angekommen? Weiterlesen

Yippi: Eine neue Staffel vom Dschungelcamp startet am 13. Januar 2012

Für uns Dschungelcamp-Fans ist jetzt schon Weihnachten. Und Sylvester. Auf einen Tag. Denn wir freuen uns auf die neue Staffel des beliebten Ekel-Camps ICH BIN EIN STAR – HOLT MICH HIER RAUS. Das ist ja kein Selbstgänger, denn wir mussten schon Jahre ohne unser Dschungelcamp verbringen. Doch diesmal hat RTL sich ein Herz gefasst und strahlt 16 neue Folgen ab dem 13. Januar 2012 zur besten Sendezeit aus! Weiterlesen

Dschungelcamp Tag 12 – Drama Queen Quote – Irrenhaus im Psychocamp

Man weiß ja gar nicht wo man anfangen soll. Denn an diesem 12. Tag im Dschungelcamp kam einiges Zusammen: Beschiss, Drama, Quote, Psychokrieg, Dschungelprüfung, Ablehung, Wut, Tränen, Krankheit, Wahnsinn, Gruppendings und auch Dynamik. Wir danken dem Fernsehgott, dass Sarah nun endlich die reale Chance hat medizinischer Hilfe teilhaftig zu werden und wir sie nie wieder sehen müssen. Wir trauern um Reiner, der das Camp aufgrund des Zuschauervotums leider verlassen muss. Er, der Fels in der Brandung, der Dalai der Irren, der Oberste aller Durchgeknallten.

Sarah verlässt endlich endgültig das Dschungelcamp

Über Sarah haben wir gestern schon ausführlich geschrieben und liegen mit unseren Vermutungen gar nicht so weit weg von denen Reiners, der mutmaßte, dass Sarah in Jay verknallt ist und aus Eifersucht und Zorn über die Ablehnung solchen Mist gebaut hat. Es deutet viel genau darauf hin.

Als aufmerksame Beobachter auch auf Twitter (Hashtag #dschungelcamp) wundert man sich über die Sympathie, die das schizoide Möchtegernmodel bei vielen weiblichen Jugendlichen genießt. Warum identifizieren sich diese Mädchen mit einer offenbar armen Irren? Steht es wirklich so schlecht um unser Land? Oder wollen die alle auch Model werden … und scheitern? Was ist so toll daran? Auf Gedeih und Verderb das böse Spiel bis in die Klinik fortsetzen, sich öffentlich ruinieren? Was ist so toll daran? Unbewußter Widerstand gegen Papi? Klar sollte sein, dass nur diejenigen Model werden wollen, die einen an der Waffel haben, bei denen also schon was aus dem Ruder gelaufen ist – oder die ganz einfach Bestätigungsgeil sind, die verzweifelt schön sein wollen und Charakter spielen. Model ist also kein Beruf, sondern eher eine Störung. Genau wie Popstar.

Und was hat Sarah wirklich für eine Krankheit? Eine Persönlichkeitsstörung – das wäre schwerwiegend – oder „nur“ eine Neurose (leiden an der Welt), die am Borderline schrappt (wegen der Intrige/Spaltung der Gruppe)? Und sind alle, die Sarah klasse finden ganz ähnlich beeinträchtigt? Eine Neurose wächst sich mit den Jahren aus, musst mal Mathieu fragen. Aber eine zünftige Persönlichkeitsstörung – danach sieht es tatsächlich aus – ist etwas anderes. Schwer behandelbar und eine schlimme Sache für Freunde und Familie.

Sarah wurde am Hotel von ihrem persönlichen Krankenpfleger empfangen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser junge Mann ein Helfersyndrom hat und sie auch aus Mitleid poppt. Was hat er eigentlich damit gemeint, dass er Sarah nun darauf vorbereiten wolle, was in der Zwischenzeit alles passiert ist? Ihre Website gehackt? Verträge verloren? Hund gestorben? Deutschland überflutet? Irgendwas mit Drama, so lässt sich leicht vermuten. Junge Menschen haben es sehr oft mit Drama. Manche komme da nie wirklich raus.

Der Psychokrieg im Irrencamp beschwerte RTL gestern Nacht Traumquoten. Es heißt, 10 Millionen Zuschauer hätten das Dschungelcamp an diesem Abend gesehen. Doch BILD titelt heute: 10 MILLIONEN ZUSCHAUER GETÄUSCHT – RTL verarscht die Dschungel-Fans. Es geht um die Anruf- bzw. SMS-Gebühren von 50 Cent. Viele habe noch für Sarah angerufen (sag ich doch!), obwohl sie nicht mehr gewählt werden konnte. RTL hatte das verheimlicht. Dies mag der Grund gewesen sein, dass gestern früh auf der RTL-Homepage die verräterische RAUS-Flagge auf Sarahs Bild erschien und damit klar war, dass sie der Promi war, der das Camp freiwillig verlassen hatte. RTL hatte uns geschickt um einen Tag lang hingehalten. Dabei wären die Quoten genauso dramatisch explodiert, hätten sie in der Sendung kurz gesagt: Sarah geht!


Sie hat ein hübsches Gesicht, ja. Offenbar ihr einziges Kapital. Es heißt, sie verließ das Dschungelcamp auf Anraten eines Psychologen. Vielleicht, so vermute ich, hat RTL ihr auch die volle Gage zugesichert wenn sie jetzt aufgibt, um alle vor größeren Schäden zu bewahren.

RTL hatte auch versprochen, Sarah bei Sonja und Dirk im Interview zu haben. Auch davon nichts zu sehn. Mag sein, dass dies Sarah abgelehnt oder der Psychologe davon abgeraten hatte. Mag auch sein, dass die Sendezeit nicht ausreichte und RTL lieber die Dschungelprüfung zeigte. Die Schatzsuche mit Katy und Peer haben sie jedenfalls nicht gezeigt.

Mir stellt sich die Frage, ob man, ob RTL vorher sehen konnte, dass Sarah relativ schwer gestört ist – woran es überhaupt keinen Zweifel gibt. Oder wollte man das nicht sehen? Oder wollte man das gerade in der Show haben, da es für Gruppendynamik, viel Wirbel und Quote quasi ein Garant ist? Ich habe Sarah bei Germanys Next Topmodel nicht gesehen, aber sie muss ja dort schon ihre Psychonummer offenbart haben. Dieses Heidi-Klum-Format (übrigens PRO 7) halte ich tatsächlich für das schäbigste und übelste, das die deutsche Fernsehlandschaft bisher gesehen hat.

Möglicherweise war das, was Sarah im Dschungelcamp bot, für die Fernsehmacher nicht vorauszusehen. Nicht in dieser Heftigkeit. Für mich sieht es momentan so aus, als sind da einige beschädigt worden. Sarah klar, ihre Familie, Jay auch, Peer, Mathieu, Thomas, das Format „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“, manche Zuschauer … Es kann ja nichts Gutes dabei herauskommen, wenn man einen derart gestörten Menschen unter solch extremen Druck der Öffentlichkeit präsentiert.

Katy Karrenbauer strengt sich an im Dschungelcamp

Das Dschungelcamp ist ja konzeptionell so angelegt, die Stars an die Grenzen ihrer Möglichkeiten zu bringen. Das ist Psycho, die Psychonummer kalkuliert. Viele Menschen denken darüber kaum nach, aber wir alle verstecken uns hinter Masken und schlüpfen in Rollen, die uns vor Verletzungen schützen sollen. Mancher mehr, mancher weniger. Dabei kann es vorkommen, dass man sich selbst verliert oder überhaupt nicht findet, wenn man diesen Masken und Rollen hinterher geiert (wie Sarah es tut).

Wird man unter Druck gesetzt, bröckelt die Fassade. Beim einen schneller, beim anderen langsamer. Irgendwann fällt die Maske, werden die Rollen unspielbar und was dann zum Vorschein kommt, ist oft nicht angenehm, weil man sich so noch nicht erlebt hat, nicht kennt. Darin liegt eine große Chance, die Chance eben, sich weiterzuentwickeln, die abgespaltenen Teil der Persönlichkeit zu integrieren, freier zu werden, autonomer, reifer, ganzer. Um diese Masken aber zum Einsturz zu bringen, braucht es einiges … an Druck. Gerade bei Menschen, die wie wir aus einer hoch spezialisierten, Masken fördernden Welt kommen, in ihr aufwachsen und mit ihr gelernt haben zu leben. Nimmt man diese Welt weg, wirds eng.

Und genau das macht das Dschungelcamp. Es ist heiß, schwül, es gibt wenig und seltsames Zeugs zu essen. Man ist isoliert, kein Handy, Internet, Buch, kein Fernsehen, Theater, gar nichts. Die Zivilisation ist ausgeschlossen. Der wenige Schlaf zermürbt einen. Man muss sich plötzlich mit fremden Menschen konfrontieren, weil man mit ihnen auf engstem Raum mit starren Regeln zusammengepfercht ist. Es gibt kaum Intimsphäre. Und dann die ekligen, herausfordernden Dschungelprüfungen, bei denen du meistens über deine Grenzen gehen musst. Oder das an anderen erlebst. Und die ständigen Kameras, das Bewusstsein, dass du in jedem Moment beobachtet wirst. Größer kann der Druck kaum sein. Er ist erheblich und manche halten dem nicht stand. Siehe Sarah. Je länger es dauert, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man zusammenbricht. Das konnten wir bei Peer so beobachten.

So fallen die Masken im Dschungelcamp. Gruppendynamik ist erwünscht, Konflikte und Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Psychocamp. Wenn nun einer einen an der Waffel hat, wie Sarah, wird es unschön. Diese Leute brechen eher zusammen und je nach Störung und Struktur können sie einigen Schaden anrichten. Da hatte Mathieu schon recht. Er muss so etwas schon öfter erlebt haben. Denn gerade im Schauspielfach tummeln sich viele gestörte Individuen, kranke junge Dinger. Das liegt in der Natur der Sache. Schauspieler, Moderatoren, Filmstars, Popstars, Rockstars, Künstler – alle haben ein paar Schrauben locker. Sonst würden sie sich in dieser Weise vor der Öffentlichkeit nicht exaltieren, sondern ein gemütliches, gottgefälliges Leben hinter einem Blumenbalkon führen.

Doch nein, für manche ist ein ruhiges Leben einfach zu langweilig. Sie gieren nach Anerkennung, dürsten nach Liebe und Zuwendung, gieren nach Aufmerksamkeit und Bewunderung. Denn dann halten sie auch die eigenen Schwächen besser aus. Wenn man von außen so viel bekommt, ist der innere Trümmerhaufen ja doch bewohnbar. Doch wehe da platzen ein paar Dachziegel ab oder die Häuserfront kippt auf die Straße. Dann kann ja jeder reinkucken. Dann kann ich nur noch springen. Wenn nicht in mein Glück, dann vielleicht von einem Baum im chinesischen Dschungel mit einem deutschen Meerettich in der Hand …

Indira und Jay Khan im chinesischen Dschungel mit Meerettich

Sehr gut gefallen hat mir

  1. Reiner, weil ich meine, dass er Sarah richtig eingeschätzt hat und sich selber raushielt.
  2. Katy für die Leviten, die sie Sarah las, sehr deutlich und richtig schön angemessen wütend. Toll.
  3. Indira. Nach meiner Ansicht die kommende Dschungelkönigin. Halt sich sauber, ist charmant und angemessen unhysterisch.

Hat mir nicht gut gefallen:

  1. Jay. Seine bescheuerte Bemerkung, dass Sarah nicht wüsste wer er sei und mit wem sie es zu tun hätte und wer hinter ihm stünde war komplett panne und ganz großer Kindergarten. Wer soll denn das sein, der hinter ihm steht? Die Mafia? Die Uno? Obama? Bin Laden? Was droht er da blöd? Weiß er nicht aus der Geschichte, dass man in diesem seinem Geschäft schneller fallengelassen wird als eine heiße Kartoffel wenn die Kohle nicht mehr kommt, das Image zerstört ist? Tat er sich keinen Gefallen mit dieser dusseligen Protzerei.
  2. Thomas ist sehr auf Jay fixiert und gewinnt nicht an Kontur. Er blieb zwar stabil und loyal, aber irgendetwas, so spüre ich, stimmt da nicht. Ist er vielleicht in Jay verliebt? Fehlt da ein Outing?
  3. Mathieu ist zu aufgeregt, zu hysterisch, zu emotional (wie es für seinen Beruf ja gut ist). Aber ein wenig mehr Toleranz und Großzügigkeit gegenüber Peer hätte ich ihm zugetraut. Außerdem bezahlt eine schrotige „Werbeagentur“ für ihn zu twittern, damit die Leute für ihn anrufen. Keine Größe der Mann.
  4. Peer ist ein Fall für sich. Groß, wenn es um Albernheiten und Sprüche geht. Klein, wenn es eng wird. Brach unter dem Druck zusammen, was Ok ist. Findet aber nicht zu seiner alten Linie zurück. Zu wenig Selbstkritik, zu wenig Loyalität.

Warum viele Zuschauer – und ja auch Dirk Bach – Jay für Gay halten und das offenbar verachten, bleibt mir schleierhaft. Was wäre so schlimm daran? Und wenn er, wie Desirée Nick vermutet, „beidseitig bespielbar“ wäre – ist doch toll. DAS kann es nicht sein, um Jay abzulehnen.

Dschungelcamp Tag 11 – Pschoterror im Mobbing-Camp

So etwas hat die deutsche Fernsehlandschaft und die Promis im Dschungelcamp schon lange nicht mehr erlebt: Psychokrieg und eskalierende Gruppendynamik. Für Sarah ist es zwar Selbsterfahrung und für die anderen Insassen ein launiger Abenteuerurlaub – allein es vermittelt keiner zwischen den verfeindeten Clans. Es fehlt ein Mediator. Also Drama im Camp, Mobbing, Terror, Erpressung – alles, was die Herzen und Fäuste der gebannten Fernsehzuschauer höher schlagen lassen. RTL verlängerte die heutige Sendung bis 0.00 Uhr um die Gruppendynamik voll auszukosten. Und wie vorher aufgrund eines kleinen „Fehlers“ auf der Voting-Seite in der RTL-Dschungelcamp-Website durchsickerte gibt Sarah auf. Endlich. Mal was los.

Während die rausgewählte Gitta Saxx sich in der Luxus-Wanne im Nixenschaum räkelt, geht im Dschungelcamp die Post ab. Dafür sei Reiner ja ins Camp gegangen. Gruppendymanik oder wie das heißt. Sarah weiß auch nicht recht, wie ihr geschieht, aber sie scheint das Spiel zu kennen. Blanker Psychoterror, Gruppenbildung und Mobbing. Mathieu verliert die Contenance und fleht Sarah auf Knien an, sie möge das Camp doch bittebitte verlassen.

Gruppendynamik im Pschocamp - Sarah soll das Dschungelcamp verlassen
Sarah versteht wohl, dass sie von einem Großteil der Dschungelcamper angefeindet wird und doch bitte verschwinden soll – aber nicht weshalb.

Der Erfinderin des Arschlochismus (Desirée Nick) wird hauptsächlich purer Egoismus und Teamunfähigkeit vorgeworfen. Man findet sie asozial. Der Streit – besser: die Gruppendynamik – eskaliert und das sieht da so aus:

Jay: „… Du scheißt auf alles und jeden außer auf dich selber. Wie soll man Interesse für dich aufbauen, wenn du dich komplett asozial benimmst?“
Mathieu: „Sarah, eins würden wir dir gerne vorschlagen – freiwillig das Camp zu verlassen.“
Sarah: „Das verstehe ich nicht. Warum soll ich jetzt freiwillig gehen?“
Mathieu: „Weil du uns allen ungeheuer auf den Geist gehst.“
Jay: „Tue es für dich. Damit tust du dir den größten Gefallen.“
Sarah: „Dann bin ich lieber der Asi und bin mir selber treu.“

Sie bockt und trotzt und lässt scheinbar nichts an sich herankommen. Sie glaubt tatsächlich, auf diese Art sich selber treu sein zu müssen und verhält sich so, wie sie sich auch bei den Dschungelprüfungen verhalten hat: Unmöglich, unerträglich, scheiße. Doch es wird noch schöner. In die Enge getrieben und allein gegen alle greift sie zum äußersten Mittel, zum schlechtesten Mittel, aber vielleicht zum einzigen, das sie beherrscht – zur Intrige (von lateinisch intricare, „in Verlegenheit bringen“, bezeichnet eine Handlungsstrategie, mit der einzelne oder Gruppen von Menschen versuchen, anderen Schaden zuzufügen oder sie gegeneinander aufzuhetzen)! Es ist tatsächlich ein Lehrstück in Sachen Psychokrieg (und eskalierte weil unmoderierte Gruppendynamik).

Jay und Sarah in Gruppendynamik

Peer offenbart unerwartete Schwäche und bricht als erster innerlich zusammen. Er mokiert sich über Sarahs Art, die ihm weh tut und zum Heulen bringt. Er kann nicht mehr, ist diesem Psychoterror nicht gewachsen. Das ist in Ordnung, das wären viele nicht. Aber Peer wirkt dennoch schwach. Und macht einen folgenschweren Fehler: Er redet wärhend einer gruppdendynamischen Pause Abseits allein mit Sarah. Frau „Gans ehrlich“ zieht gegen Jay vom Leder und spinnt eine bösartige Intrige gegen den formschönen Sänger. Sie behaupt, die Liebelei mit Indira sei inszenziert. Er hätte sich vor dem Camp mit ihr, Sarah, getroffen und ihre angeboten aus image-strategischen Gründen im Camp eine Liebschaft vor aller Fernsehaugen mit ihr zu beginnen:
„Jay war vor der ganzen Show bei mir zu Hause und hat mir vorgeschlagen, wie Katie Price und Peter André, eine Liebesgeschichte zu spielen. Wegen seinem Image. Ich schwöre auf alles, was mir lieb ist.“

Außerdem holt sie, jetzt völlig durchgebraten, unter vier Augen (!) zum Rundumschlag gegen ihre Lieblinge aus:
„Ich glaube, dass Mathieu ein sexuelles Problem hat und genau wie Katy ein starkes Alkohol-Problem hat. Und Indira würde für Geld alles machen, sie würde ihre Beine für alles breit machen.“

Ganz übles Tennis. Ganz unten. Wie sind damit ganz unten angelangt. Nein, nicht wir die Zuschauer, Sarah, die im Dschungelcamp ihre Karriere puschen wollte.

In dieser heftigen Krise im Camp, gefallen mir Reiner, der sich völlig raushält, Indira und Katy, die sich ebenfalls zurücknimmt, am Besten. Thomas gefällt mir gar nicht, da man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass seine wahre Stärke ist, sich die richtigen Verbündeten zu suchen. Seine Kritik greift nicht recht, meine ich, wirkt eher aufgesetzt. Er versucht sich dabei selber ins rechte Licht zu rücken und das ist durchschaubar.

Peer hatten wir schon erwähnt. Peer wirkt schwach und macht einen Fehler. Er steht damit irgendwie zwischen den Fronten und dreht am Rad, wird sogar noch von Jay konfrontiert. Das ist überflüssig. Er hätte sich zurückziehen und sortieren sollen. Auch der humorvolle, gereifte Mathieu hätte es eigentlich nicht nötig, sich vor so einer kleinen Ziege in den Dreck zu knien. Ihm hätte ich mehr Gleichgewicht zugetraut. Aber das sagt sich leicht. Bleibt also noch Jay, der zusammen im Sarah in den Mittelpunkt des Psychodramas geriet. Er schlägt sich wacker, bleibt relativ ruhig und sachlich, schießt zwar hier und dort übers Ziel hinaus, versucht aber sichtbar die Kontrolle, Oberwassser zu behalten.

Oberwasser im Dschungelcamp

Peer will also von Jay wissen, ob Sarahs Vorwürfe wahr wären. Klar, wir alle wollen das wissen. Obwohl wir irgendwie annehmen müssen, dass sie an den Haaren herbeigezogen sind. Doch nun tauchen überall wieder die Gerüchte um Jays Homosexualität auf. Ist das der Zusammenhang?

Es ist eh schwer nachzuvollziehen, warum sich die „Stars“ ständig gegenseitig vorwerfen, wegen ihrer Karrieren und den Gagen im Dschungelcamp zu sein. Um nichts anderes geht es. Deshalb ist jeder einzelne im Camp. Mediengeilheit, Geld, Karrierepush. Das macht sie angreifbar und daraus beziehen wir unser Vergnügen, unsere Legitimität für unseren Spott und ihre Lächerlichkeit, die wir sehen wollen. Also zählen diese Vorwürfe alle nicht.

Sarah spricht immer von ehrlich, vom ehrlichen Camp. Irgendwas stimmt da nicht. Wer so oft von Ehrlichkeit und Ehrlichsein spricht, hat ein Thema damit. Vielleicht meint sie „authentisch“. Denn es gibt einen feinen aber wesentlichen Unterschied zwischen ehrlich und authentisch. Aber um das zu checken ist Sarah noch viel zu unreif. Sarahs postpubertäre Problematik wird im Camp verhandelt. Das hat nichts mit Ehrlichkeit zu tun. Ich oder die Gruppe, sich treu sein oder über seinen Schatten springen. In diesem Spannungsbogen reibt sich das selbsternannte Model auf. Und das ist auch nicht „ehrlich“, da ihr das gar nicht klar ist.

Was also wäre so schlimm daran, wenn Sarahs Vorwürfe wahr wären und Jay eine Liebesgeschichte spielt. Vielleicht um so eine bestimmtes Image zu forcieren, vielleicht um eine latente Homosexualität zu kaschieren. Es sieht nicht danach aus, aber was wäre so schlimm daran? Alle spielen dort eine Rolle, aber niemand scheint ein Drehbuch zu haben. Alle wollen dasselbe. Alle kriegen dasselbe. Er hat Indira nichts versprochen – so weit wir wissen – sie lernen sich kennen (wie er zurecht anmerkte), sie mögen sich und turteln miteinander. So what?

Und wenn Jay sie tatsächlich mit dem von ihr beschriebenen Anliegen, eine Liebesgeschichte zu inszenieren, besucht hätte? Eine Idee halb im Spaß, halb im Ernst? Was wäre so schlimm daran? Sarah hat deutlich gemacht, dass sie das nicht könne. Sie kann Model spielen, Vegetarierin, Hexe und Feldwebel. Aber Liebe, Liebespaar könne sie nicht. Verständlich. Also wo ist das Problem? Ist Sarah vielleicht eifersüchtig auf Indira? Wollte sie so begehrt werden, so sympathisch umzärtelt werden? Und warum hat dann Sarah so lange verschwiegen, was sie angeblich wusste? Warum hat sie die beiden und das Camp nicht viel früher konfrontiert? Jay sollte die Wahrheit sagen.

Indira macht Sarahs Dschungelprüfung
Indira besteht jene Dschungelprüfung, die Sarah kleingeistig ablehnte aus Angst um ihre Model-Karriere und allergische Schocks. Die Schocks bekamen dafür ihre Camp-Kollegen, die deshalb nichts zum Abendessen hatten. Indira bewies, dass schon ein wenig Tapferkeit und Humor ausreicht, um nicht wie ein Volldepp dazustehen.

Das alles heißt ja nicht, dass Jay Indira nicht aufrichtig mag. Und Indira ist vorsichtig, befragte in dieser Sache schon Psycho-Schwester Katy. Am Ende wirft diese Geschichte ein sehr schlechtes Licht auf Sarah. Und Jay hat recht: Wenn Sarah das Camp verlässt ist es das Beste, das sie tun kann. Für sich. Ganz egoistisch.