Die Geissen auf RTL 2

Carmen - Die Geissens - Eine schrecklich glamouröse Familie

Rooobäät, nu hau ma nicht so auf die Kacke. Doch, tut er aber. In SEINER eigen Soap, seiner Reality-Show: Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie. Seit 2011 bei RTL II erfolgreich auf Sendung. Aktuell läuft schon die 6. Staffel zur besten Sendezeit, zur Primetime Dienstags um 20.15 im deutschen Fernsehen. Wer Die Geissens kennt, weiß, dass ordentlich was davon haben. Ich habe sogar ihr Buch gelesen – Von nix kommt nix – um mir die Sache besser erklären zu können. Außerdem wollte ich erfahren, wo den nun der ganze Reichtum herkommt.

In dem streckenweise recht unterhaltsamen Schmöker erfährt man leider nicht, wie viel Geld Robert Geiss damals für den Verkauf seines Modellabels erhalten hat. Gerüchte sagen, er uns sein Bruder hätte für „Uncle Sam“ 1995 gut 140 Millionen D-Mark erhalten. Keine Ahnung. Durch zwei macht das 70 Million, durch den Euro 35, nach Abzug der Steuern und des Börsencrash 2001 – der in dem Schinken von Robert erwähnt wird, dürften es natürlich viel weniger sein. Aber man weiß es nicht, es ist alles Spekulation. In der „Real Soap“ auf RTL II tun sie dem Namen der Sendung alle Ehre („Eine schrecklich glamouröse Familie“) und tun so, als hätten sie ein sorgloses Vermögen und wären stabile Multimillionäre.

Von nix kommt nix: Voll auf Erfolgskurs mit den GeissensIn dem Buch machen die beiden, Robert und Carmen Geiss, klar, dass ihnen der Reichtum nicht in den Schoß gefallen ist. Obwohl irgendwie schon, wenn man es eng sieht. Aber es hätte auch scheitern können. Jedenfalls wird klar, dass sie sehr viel gearbeitet haben, um diesen scheinbar sagenhaften Reichtum zu erlangen. Das glaube ich auch. Das sind spannende Geschichten, die Robert in dem Buch ausbreitet. Die Ideen, das Geld, die Familien, sein Charakter, die Beziehung, die Geschäfte, die Risiken, das Glück und die Risikobereitschaft. Wobei ihm die Geschäftstüchtigkeit in die Wiege gelegt wurde.

Das Buch ist glaubwürdig, leicht zu lesen und auch interessant. Die Tipps, die sie den Lesern geben sind oft nicht mehr als Plattitüden (Von nix, kommt nix), sie bilden jedoch so etwas wie den Rahmen der Lektüre.

Carmens Ausführungen fand ich dann doch nicht so prickelnd. Die beiden wechseln sich mit den Kapiteln ab. Groß Hilfe haben sie beim Verfassen sicher nicht gehabt. Carmen ist das schlichtere Gemüt und fügt sich ein in die ihr zugedachte Rolle als Frau, als Gegenpart zum Macher-Macho. Das gibt Abzug in der B-Note. Doch sie ist dabei nicht unsympathisch und sie ist klug.

Ich meine, wenn man das so liest und so sieht, kriegt man richtig Lust, ebenfalls reich zu sein. Vor allem, weil man genau spürt, dass diese beiden eigentlich ganz normale Leute sind. Neureiche, Menschen, wie du und ich.

Die Geissens - Eine schrecklich glamouröse Familie. Carmen und Robert Geiss

Es gab eine Zeit, da dachte ich: „Mein Gott, können die sich nicht mal für irgendetwas sinnvolles interessieren. Es gibt so viel zu tun auf der Welt und die Jet-setten durch die Weltgeschichte und prassen bis der Arzt kommt!“ Doch nach dem ich mich auf diese Medien-Familie etwas mehr eingelassen habe, muss ich sagen, dass meine Haltung auch ziemlich arrogant und besserwisserisch war. Was weiß ich denn? Was weiß ich denn von denen? Nichts. Nein, ich habe nicht über „Die Geissens“ zu richten.

Vollends überzeugt hat mich der Sylvesterauftritt des Comedians Martin Klempnow (Switch), bei dem er den Robert Geissen nicht nur 100% überzeugend und überzogen darstellte, sondern auch brüllend komisch. Da dachte ich mir: Hey, das kann kein schlechter Freak sein, dieser „Rooobäät“, ich will öfter was zum Lachen haben und zog mit Die Geissens öfter mal rein. Wenn nichts zu tun und Gelegenheit war.

Gestern, die Folge vom 04.11.2013 Ein Bootssteg vor dem Haus ist nichts ohne Yacht …, war zwar nicht so lustig, wie die von der Côte d’Azur aus Saint-Tropez und in Kitzbühel. Aber ganz unterhaltsam. Natürlich protzt der Robert in Miami Haus, Auto, Bott, Butler und Champagner alles vom Feinsten. Aber wer das Buch gelesen hat, der wittert hier noch etwas anderes. Nämlich einen ausgebufften Geschäftsmann, der bei der Sendung die Fäden in der Hand hält und rausholt, was rauszuholen ist. Keine Ahnung, ob man dieses Format so auch ins Ausland verkaufen kann. Versucht wird es sicherlich. Die Geissens werden auf sicher gut verdienen mit den Staffeln. Kein Zweifel: Sonst würden die es nicht machen.

Jedenfalls was das Zentrum dieser Folge der Kauf einen Motorbootes. Und was für eins. Die Geissens mieten sich in Miami direkt am Meer ein mehrgeschossiges Luxushaus mit Butler und direkt am Meer. Mehrere dicke Autos und ein wunderbares Panorama runden die Sache ab. Allein es fehlt ein Boot am Anleger. Es sieht so aus, als recherchiere Robert im Netz, wo und wie er ein angemessenes Boot jetzt auf die Schnelle herbekommt. Plötzlich hat er eins, mit Totenkopf in Schwarz – Carmen hat gerade die Totenkopf-Phase und überall an Bluse und Spazierstab Totenköpfe drauf, klassisch geschmacklos – und offenbar gebraucht. Schon gehts los. Nun haben Die Geissens ein dickes fettes Motorboot für die nächsten 3-4 Monate i Sunshine State Florida. Sogar der Schulunterricht im Hause für die beiden Mädels darf nicht fehlen.

Ich habe allerdings meine Zweifel, ob Robert Geiss das mit dem Boot tatsächlich so kurzfristig eingefädelt hat. Ich könnte mir vorstellen, dass das schon lange vor Aufzeichnung der Folge unter Dach und Fach war. Und ich kann mir auch vorstellen, dass er ein Sonderdeal mit dem Bootsverkäufer gemacht hat. Wie immer dieser Deal auch aussah. Gebrauchtes Boot, deutsches Fernsehen, wenige Monate. Er hat sicher nicht den Preis bezahlt, den ein „normaler“ Käufer für das Boot berappen müsste. Wenn man die „Gage für die Folge“ dazurechnet – obwohl wir die ja gar nicht kennen – können wir damit rechnen, das Die Geissens mindestens auf Null rauskommen.


Also, ich vermute das nur. Rein spekulativ. Wir wissen nicht, welche Geschäfte Robert Geiss sonst noch macht. Wir Wissen RTL II und die Immobiliensache in Südfrankreich, bei der er alte Villen und Grundstücke aufkauft, neu und edel bebaut und dann wieder mit Gewinn abstößt.

Nun ist man wieder nur mit dem Geld und dem Reichtum beschäftigt. Und Geld und Reichtum wollend die Leute sehen. Leute, denen es gut geht und die sind wie sie selbst. Ganz normale Leute. Sie werden ihr Auskommen haben Die Geissens, da brauchen wir uns gar keine Sorgen machen.

Die Geschäftstüchtigkeit ist bewundernswert, der Umgang der beiden miteinander lustig, das Leben der Reichen und „Schönen“ immer mal eine Fernsehstunde wert. In sofern: Geschickt eingefädelt, lieber Robert Geissen. Ihr habt es verdient.

Fotos: © RTL II. Mit freundlicher Genehmigung

Top