Das Dschungelcamp 2015 funktioniert nicht. Woran liegt das?

Die Kandidaten im Dschungelcamp 2015 taugen irgendwie nichts. Das Casting für die 9. Staffel kann als gescheitert angesehen werden. Es gibt weder eine unterhaltsame Gruppendynamik, überhaupt keine Gruppenbildung, zu wenig Reibung, Ehrgeiz und Verzweiflung. Alle heulen zwar hier und da – außer die ganz tumpen – kriegen ihren Moralischen und flennen das Dschungeltelefon voll. Ab und zu deutet sich auf Beef an, in dessen Zentrum immer nur einer steht: Walter Freiwald. Aber das ist zu wenig. Die beibden Prominenten im Camp, Walter und Maren, und die kleine Tanja, sind die einzigen, die für gute Unterhaltung sorgen. Vielleicht noch Aurelio, der sich aber dabei als Schwachmat entpuppt. Was machen wir jetzt? Abschalten?

Benjamin ist ein langweiliger und wurde zurecht rausgewählt. Aber ist nicht Rebecca viel langweiliger mit ihrer Dschungeldiät? Und hätte gestern nach dem Versagen bei der Schatzsuche nicht Sara gehen sollen? Wurde das deshalb am Ende der Sendung gezeigt, um Sara weiter im Dschungelcamp zu belassen, weil sie immer noch unterhaltsamer ist als Rebecca, Benjamin, Jörn und Rolfe?

Frieden im Dschungelcamp. Alles ist gut.

Walter heult uns bei seiner Nachtwache die Hucke voll. Der Einlauf von Maren („Frauen brauchen keine Männer, die den Weg vorgeben“) hat ihn voll mitgenommen. Verständlich. Später kleistert er uns noch damit die Ohren zu, dass er ohne seine Frau nicht leben könne. Von mir aus.

Jedenfalls stellt sich Walter friedlich und reumütig solange zu Maren, bis diese Mitgefühl zeigt und ihm Versöhnung anbietet: „Das musste einfach mal raus. Vertragen wir uns wieder.“
„Ja das ist in Ordnung. Das kann ich verstehen! Meine Frau sagt auch immer, du bist manchmal unerträglich, und ich meine es gar nicht so.“

Damit ist die angedrohte Klötenwanderung wieder vom Tisch. Walter aber hat es nicht hingekriegt, sich bei Maren zu entschuldigen. Das wäre normal gewesen. Aber dazu reicht es bei dem offenbar nicht.

Frieden im Dschungelcamp. Alles ist gut.

Ich meine, der RTL hat sich wirklich alle Mühe gegeben, ICH BIN EIN STAR – HOLT MICH HIER RAUS! für die Zuschauer interessant zu gestalten. Die aber spielen nicht mit. Außer Walter. Deshalb muss er auch unbedingt bis zum Finale bleiben, sonst ist es nicht auszuhalten. Die Promis, die gar keine sind, verweigern sich, verschwistern und verbrüden sich, trösten sich trotz Hunger und Hundewetter. Nur Walter gerät hier und da mal in Konflikt. Mit uns Zuschauern sowie so, aber auch mal mit dem depperten Macho Aurelio oder mit der Buchstabenfee Maren. Aber das war es dann. So kann man sagen: Das Casting 2015 ist nicht aufgegangen.

Ich fand die Idee mit Schlimms Märchen und den 7 Dschungelzwergen sehr gut. Auch den hinfälligen Walter mit seinen Venen-OPs in eine Hochgeschwindigkeits-Dschungelküche zu stecken, war toll. Grandios die Prüfung an Tag 9. Die Buchstaben-Tante vom Glücksrad, wurde mit Sunnyboy Benjamin auf ein Folterrad gespannt, dass ihre Köpfe reihum in eine Dschungeljauche tauchte. Maren bekam einen Begriff zugerufen (B-u-s-c-h-w-e-i-n-s-p-e-r-m-a), den sie nach dem Auftauchen buchstabieren musste. Hatte sie das geschafft, durften die Kandidaten einen kleinen roten Ball in einen kleinen, viel zu kleinen Korb werfen. Jeder Treffer ein Stern. Konnte nicht funktionieren, das Ergebnis war weiterer Hunger im Dschungelcamp. Denkt euch doch mal eine bescheuerte Dschungelprüfung aus. Ach, habt ihr schon. Vielleicht sollte diese Dschungelprüfung auch gar nicht funktionieren, damit durch die fehlenden Mahlzeiten mehr Druck auf die Promis ausgeübt wird und es doch noch zu einer anständigen Gruppendynamik kommt.

Aber das gerade Maren („Ich bin so schlecht in Rechtschreibung“) beim Buchstabieren eigentlich komplett versagte, war der Gag bei der Sache. Wer hätte das gedacht. Aber dazu sind sie ja ins Dschungelcamp gegangen – um sich lächerlich zu machen und sich bloß stellen zu lassen.

Höhepunkt des Versagens im Dschungelcamp 2015: Die Schatzsuche mit Aurelio und Sara

Aurelio: „Ich bin der Wolf.“
„Was für ein Wolf?“
„Der Leitwolf, der stärkste im Camp.“

Lächerlich.

Sara verweigert von Anfang an die Mitarbeit und haut nur selten dämliche Sprüche raus. RTL hat diese Sache mit der Schatzsuche gestern ganz rausgenommen aus seiner Pressearbeit. Und zwar zurecht. Sara und Aurelio sollte eine Nacht in einer Horror-Hütte verbringen, wie wir es schon aus andern Dschungelcamps kannten. Doch Sara wollte nicht, denn sie hätte schließlich einen Mann zuhause. Da könne sie doch nicht mit dem Camp-Wolf eine Nacht verbringen. Der bescheuerte Aurelio aber hatte auch keinen Bock und kündigte an, jede von Saras Entscheidungen betreffs dieser „Schatzsuche“ mitzutragen. Früher quatschte Mister 1200-Euro als Latinlover jede Frau ins Bett, heute winselt er alle aus der Hütte. Aurelio ist ein Blindgänger. Echt enttäuschend und sehr dämlich von Sara. Sie hatte es nicht verdient, sich darüber zu freuen, im Camp bleiben zu dürfen. Was will sie denn da? Nur im Fernsehen sein? Weshalb?

Walter hatte eine schlimme Kindheit

Walters schlimme Kindheit

Eine Erwähnung verdient noch Walters Kindheit. Uns wundert das nicht und seine Geschichte erklärt, wie ich meine, manches an seinem Verhalten. Seine Kindheit war geprägt durch „keine Beziehung“ zu seinen Eltern, Schlägen, Alkohol und der Geruch von Kotze, der nachts aus dem Wohnzimmer zu ihm herüberwehte. Bitter.

„Es war die Nachkriegszeit. Da haben sich meine Eltern immer am Wochenende zusammengetan, Pulle Korn und rein damit bis zum geht nicht mehr. Und ich lag im Schlafzimmer und roch diese Kotze, weil die immer gebrochen haben. Das ist ein Trauma. Ich war irgendwie drei oder vier. Die haben auch im Auto beide geraucht und ich saß hinten drin. Da habe ich passiv schon mitgeraucht. Es war sehr schwer. Ich bin mit 17 zu Hause raus, ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich hatte keine Beziehung zu meinen Eltern. Sie haben mich das auch spüren lassen. Ich weiß nicht, warum. Aber warum muss ich darunter leiden, dass ich da bin? Ich hatte Angst vor meinen Eltern, die haben mich geschlagen. Immer wenn ich irgendwas gemacht habe, habe ich einen in die Fresse gekriegt. Ich bin froh, dass der Spuk vorbei ist. Ich habe sie Beide zu Grabe getragen und fertig. Meine Mutter, ich vermute sie hat sich Pillen genommen. Als wir sie gefunden haben, lag sie schon ein paar Tage in der Wohnung und die ganzen Medikamentenschachteln waren leer. Ich heiße noch nicht mal Freiwald, denn mein Vater hat mich wohl angenommen. Aber ich bin nicht von ihm adoptiert. Deshalb heiße ich eigentlich nicht Freiwald, sondern ich habe eigentlich den Mädchennamen meiner Mutter.“

Zusammenfassung des restlichen Dschungel-News?

Klatschnass, Pitschnass …
Man beschwert sich über den Regen im Camp und das alles ganz nass sei. Besondern Rolfe bekommt die Krise.
Von Walters Gelassenheit kann Rolfe nur träume. („Wenn alles so Scheiße organisiert ist…“). Rolfe ist todkrank. Er sollte gehen, es ist laaaangweilig.

Wir erfahren außerdem: Tanja und Maren sind Single. Große Überraschung. Aber Tanja erzählt, sie hätte da was mit einem Mann seit DSDS. Sagt aber nicht, wer das sie. Sie wüsste auch nicht, ob er es ernst meine. Das lässt nur einen Schluss zu: Dieter Bohlen. Tanja würde in sein Beuteschema passen, soweit das bekannt ist. Wie gesagt: Tanja ist immer für eine Unterhaltung gut.

Benjamin have to leave.

Benjamin wurde rausgewähltNicht ganz nachvollziehbar. Eigentlich hätte Rebecca gehen müssen. Und Sara, deren Versagen bei der Schatzsuche womöglich mit Absicht zu spät gezeigt wurde.

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